Mittwoch, 28. Januar 2009

Ein Tag voller Entschlüsse

Also jetzt ist Schluss mit dem leichten Leben. Das war ja schon fast wie zu Hause in der Donaucity. Keine Sensationen – dolce far niente. Die schoenste Beschaefigung fuer glueckliche Pensionisten. Einziger Nachteil ist, dass man eine ganze Menge versaeumt - oder versaeumen koennte.

Folgende Entscheidungen habe ich getroffen:

Heute gebe ich meine Wäsche in die Wäscherei. Pro kg sind 25 Baht zu zahlen. Kommt getrocknet aber ungebügelt. Mit der wraping – Packmethode wird es sogar recht glatt. Für mich ausreichend.

Morgen mache ich eine geführte Tour nach Karchanburi. Bekannt und berüchtigt durch den Film River Kwai.

Übermorgen geht mein Flug nach Yangon, der Hauptstadt von Myanmar oder Burma. Wird auch Rangon oder Rangoon genannt. Für den Piloten habe noch meine Asien-Karte, falls er nicht weiter weiß.

Was sich so locker liest, ist es natürlich nicht. Schließlich handelt sich um weitreichende Entscheidungen. Je besser mich jemand kennt, umso mehr weiß sie/er, dass diesen lapidaren 3 Punkten eine Unzahl von Abwägungen, Preisvergleichen usw. vorausgegangen ist. Mir macht es Spaß zu tüfteln und ich kann mich diebisch freuen, dasselbe günstiger zu bekommen. Ich habe aber weder das Orakel befragt, noch die Mondphase beruecksichtigt.

Heute kann ich stolz vermelden, dass sich meine Leserschaft wieder um 100% vergroessert hat! Hallo Christa, hallo Renate, willkommen im Club. Ich werde hart an mir arbeiten, nicht arrogant zu werden. Jedenfalls ist es ein schoenes Gefuehl fuer mich, nicht ganz alleine in der Fremde herumzuirren. Es ist zweifelsfrei auch schoener etwas zu schreiben, was auch gelesen wird.

Gelernt habe ich: harte Arbeit -> hartes "P". So wie anpacken, Gepaeck. Jetzt muss ich aber nachfragen. Heisst es nicht Weihnachtsgebaeck?

PS Heute stelle ich kein Bild in das Internet

Dienstag, 27. Januar 2009

Authentisch

In dem Viertel um die Kaosan Road lebt man sicher wie in Abrahams Schoß. Alles ist auf Touristen eingestellt, Ananas, Mangos, Pat Thai (allgegenwärtiges Nudelgericht in unzähligen Variationen) gibt es brauchbaren Portionen. Man bestellt nach englischer Preisliste, oder deutet auf das, was man will. Die Gericht sind nicht mehr scharf – Millionenfach ist wurde gewuenscht: Not spicy (nicht scharf). Jetzt würzen die Farangs (Langnasen = Nichtasiaten) sogar nach. Wenn man sich dann noch von den Tuk Tuk fern hält, (die betrügen Dich sehr wahrscheinlich) kann Dir gar nichts passieren.

Da fand ich im Lonely Planet Reiseführer einen Ausflug beschrieben, zu dem sie schreiben, der Weg sei das Ziel. Das verspricht Authentizität! Also: man sucht einen „Bahnhof“ Wong Wlan Yai. Dann fährt mit dem Zug nach Samut Sokhon, das aber für die Bahn-Fuzzies Maha Chai heißt. Geht dann zur Fähre, kommt in den Ort Ban Laem und sucht wieder einen „Bahnhof“ und fährt dann mit diesem Zug nach Mae Klong, das aber im Reiseführer als Samut Songkhram beschrieben ist. Zurück bin ich dann mit dem Bus gefahren. Zuerst mit dem falschen – der fuhr wenigstens in die richtige Richtung und dann mit einen richtigen, der fuhr dann bis zur Kaosan Road. Das sind schon Vorteile, wenn man eine so bekannte Adresse hat. Dieser Ausflug ist garantiert „Farangfrei“. Für den nächsten solchen Ausflug bereite ich mir folgende Vokabel vor: Zug, Bus, Bangkok (Krung Thep).

Heil zurück, aber geschlaucht. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte das mit Reisegepäck machen wollen ... nicht auszudenken. Da werde ich mir in Myanmar was einfallen lassen müssen.

Will wer mitfeiern? Meine eingetragenen Leser habe sich um 100% vermehrt!!! Ich habe jetzt schon 2. Hiermit schicke ich einen innigen Dank an Heidi und Irmgard.

Montag, 26. Januar 2009

Chinese New Year

Wenn es Sonntag Nachmittag in Chinatown nicht klappt, muss man eben am Montag aktiv werden. Logo und klaro. Außerdem hatte ich noch einen Plan im Hinterkopf, so dass ich schon zeitig unterwegs war. Das Geschäft mit den weißen Sirenen hat um diese Zeit noch zu, also keine Gefahr!

In Chinatown schaut es aber ganz anders aus. Zunächst keine Leute und die Geschäfte geschlossen. Sapperlott murmelnd – das hilft oft in unklaren Situationen – gehe ich weiter. Hat auch diesmal geholfen, ich erfahre es sei Chinese New Year! Ein ganz toller Feiertag. Kein Optiker wartet auf mich. Ihr, die ihr mich kennt, wisst natürlich, dass ich – jetzt erst recht – das nicht glauben will. Beim Anschauen der gesperrten Plätze, der Ehrentribünen, der unzähligen Fress-Standeln der Umzüge und Schlangen und Trommler schaue ich mir die Augen aus. Kein Optiker.

Mit fortschreitender Zeit stelle ich aber fest, dass ich absolut passend gekleidet bin. Mit meinem roten T-Shirt. Soll ich erzählen, dass ich auf solche Vorkommnisse eben vorbereitet bin. Dass jeder, der auf sich und die Tradition hält, Neujahr in ROT feiert. Ok, wer das glauben will – gerne, den anderen flüstere ich Zufall ins Ohr.

Kurz entschlossen düse ich ins MBK-Einkaufszentrum, finde wieder weiße Sirenen aber auch einen Fachmann. Der repariert die Brille – wohlfeile 100 Baht.

Am Swimmingpool ein bisserl schlafen, jetzt zum Internet. Teufel, leicht habe ich es nicht. Dabei sollte ich noch nach Chinatown und vom Nachtleben kann ich auch noch nichts berichten.

Eine Woche bin ich schon da! Die Zeit vergeht ....Meine Angst, dass mir fürchterlich fad sein könnte, ist bisher unbegründet.

Sonntag, 25. Januar 2009

friedlicher Sonntag

Laut Reiseführer gibt es am Sonntag eine Ausflugsfahrt auf den Chao Phaya River. Schon im Vorjahr hieß es, dass es das nicht mehr gibt, aber wir konnten etwas ähnliches machen. Heuer ist es mir nicht mehr gelungen. Werden wohl keine Provisionen bezahlt.

Ich hätte auch gar keine Zeit gehabt. Meine Brille ist jetzt eine instabile Rutsch-Brille. Also auf zum Optiker. Blütenweißes Geschäft – 2 bezaubernde Mädchen, in blütenweißen Kostümen, betörendes Lächeln. Ja, sie geben mir recht, die Brille ist instabil, der Bügel kann aus dem Glas bechern. Hurra, sie geben mir recht, lächeln weiter, ich bin fast froh, dass meine Brille kaputt ist. Lächelnd
wird mir das Glas erklärt, eine Fassung ausgesucht, 2 Zahlen mit einem großen Taschenrechner addiert und mit Augenaufschlag auf den gerade gültigen Diskont hingewiesen. Ein bisserl hin, ein bisserl her ergibt einen letzten Preis 10000. Erscheint mir zwar günstig, gehört aber überlegt.

Wie ich nun so Brillen-schwanger durch die Gegend streife fällt mir Chinatown ein. Natürlich, nichts wie hin! Am Weg schaue ich mir noch den chin. Blumenmarkt an. Enttäuschend, alle Blumensträuße sind in Zeitungspapier eingepackt. Am Weg zum sicher berühmten Brillen Reparateur bietet mit ein Tuk Tuk seine Dienste an. Die sind Gauner! Gleich danach fragt mich eine Motorrad-Taxi-Fahrerin und wir beginnen gnadenlos zu feilschen. Wir hatten unseren Spaß – obwohl es um 10 Baht = 20 Cent – ging. Dann fuhren wir. Ein Erlebnis, wie man auf Kreuzungen herum fahren kann. Um geradeaus zu fahren, links abbiegen, umdrehen, ueber die Kreuzung fahren, umdrehen, rechts abbiegen. Ich glaube alles bei ROT. Sie zeigte mir auch viele geschlossene Geschäfte – alles Optiker. Also beschloss ich, mich noch zum Ablegesteg bringen zu lassen. Der Fahrlohn war einvernehmlich auf 70 Baht festgelegt worden. Ich gab ihr 80. Sie ist jetzt ein Fan von mir. Wo hat man um dieses Geld so viel Spass?

So hatte ich einen herrlichen Tag!

PS Bangkok ist meines Wissens die erste Stadt, die meine Lebenseinstellung öffentlich propagiert! Siehe http://picasaweb.google.com/helwien/TraumzielAsien – letztes Bild. Scheinbar hatte ich bisher in meiner Homepage einen falschen Link. Sollten mit diesem Link Probleme auftauchen, bitte ich um Info!

PPS Vielleicht willst Du Dich als Leser eintragen, so wie Heidi?

PPPS Heidi, ist das Dein Ernst mit Rutar? Das ist doch 500 km vom Meer entfernt!

Samstag, 24. Januar 2009

WARNUNG vor twice

Jeder weiß, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt als man glaubt! Ich wusste aber nicht, dass die Verwendung dieses Wortes (NEIN, ich verwende es nicht), wahrscheinlich besonders wenn man es (NEIN...) 2 x hintereinander verwendet eine Magie auslöst!

Gewarnt habe ich und werde es bestimmt nicht (NEIN...) 2 x tun!

Sitze ich beim Frühstück, heute mit scambeled Eggs – und weil mir danach ist – einem Baguette mit Marmelade. Nebenbei studiere ich den Reiseführer und konzentriere mich abwechselnd auf mein Frühstück, diverse Reiseziele. Alls Frauen wissen, dass man als Mann das ohnehin nicht kann! Wir sind halt nicht multi-tasking-fähig. Schön solcherart überbelastet, stelle ich fest, dass am Nebentisch, direkt vor mir, 2 Männer sitzen. Gut nichts ungewöhnliches, ABER der eine ist ein Europäer in reiferen Jahren und der andere ein Thai-Boy. Skandal denken, unmerklich den Kopf schütteln und ruhig bleiben gebiete ich mir, während ich mein Baguette kaue.

Soviel Unmoral vor meinen Augen erfordert zur Neutralisation ein Früchtemüsli mit vielen Früchten bei einem bevorzugten Straßenstand. Zum Glück ist hier das Bild gewohnt. Farangs mit Mädchen fallen nicht weiter auf. Kaum habe ich den (NEIN) zweiten Löffel genüsslich genommen, durchzuckt mich ein fürchterlicher Gedanke! Habe ich mein Frühstück bezahlt???

Sicher nicht! Ich war doch so abgelenkt. Also gehe ich zurück und will erklären ... Der Kellner zückt seinen Block und errechnet richtig 110+40=150. Nimmt auch das Geld samt Maut.

Ich bin hochzufrieden über meine Anständigkeit, bis ein Gedanke aufkeimt. War der Kellner nicht zu ruhig, wenn er einem – fast – Zechpreller gegenübersteht? Hat da nicht ein Schelm in seinen Augen geblitzt? HABE ICH VIELLEICHT DOCH GLEICH BEZAHLT? Habe ich womöglich.... (NEIN)

Kann einem ganz fertigmachen, so eine Ungewissheit. Also auf zum Swimmingpool, ein paar Längen schwimmen, in der Sonne liegen, das entspannt.

Auf der Liege liegt (no na, stehen wird sie nicht) eine Brille – sonst nichts. Ich blitzkneisse, eine vergessene oder verlorene Brille. Natürlich bringe ich sie dann zur Rezeption, nur nicht gleich. Das Leben am Rande eines solchen Pools ist unruhig. Sonneneinstrahlung beachten, Neigungswinkel der Lehne, Vorderseite, Rückseite. Und bei einer dieser Aktionen steige ich auf meine Brille und montiere solcherart einen Bügel ab. Wir kennen ein Wort, das mit Schule, für Sch beginnt.

Na, ist meine Warnung berechtigt? Nachdem ich 2 x von einem Wort in Zusammenhang mit den Grand Palace geschrieben hatte, passieren 2 x ungewöhnliche Dinge. Ich habe vielleich1 2 x meine 2 x Fühstück bezahlt und hatte 2 x Storys mit Brillen.

Also, ab sofort kenne ich nur mehr den Grand Palace, und werde diesen Text nur einmals durchlesen.

PS Ich habe heute u.a. 2 x Frühstück, 2 x Ananas, 2 x Müsli aber nur 1 x Durian gegessen. Geheimnisvolle Zusammenhänge!

Freitag, 23. Januar 2009

Geschafft: Wat Phra und Grand Palast besichtigt

Das kannte ich ja schon. Beim zweiten Anlauf klappt alles. Ich hatte sogar den Eindruck, dass mein Geld freudig angenommen wurde. Um diese günstige Konstellation auszunutzen wollte ich mir gleich einen elektronischen Tour Guide mieten. Reisepass oder Kreditkarte erforderlich! Sch.....! Personalausweis + Bankomat Karte zählen NULL! Mit Dollar war die Lady weichzukriegen. 300 wechseln den Besitzer und ich habe meinen Guide.

Eine feine Sache! Fast ist man mehr beschäftigt, die besprochen Punkte und die Route dorthin zu finden, als sich den Text anzuhören und zu behalten. Zum Teufel haben die Namen! Und so viele Könige hätten sie auch nicht haben sollen, das ist nicht zu merken. Zum Glück kann man das Gerät zurückgeben, ohne eine Prüfung abzulegen. Ich hätte sicher nicht bestanden. Meine Dollar bekam ich, ein bezauberndes Lächeln war reizende Draufgabe. Also gut, ich schleppe mich noch zur Waffenkammer, zur Ausstellung. Der schönste Platz war dann zwischen zwei Säulen, im Schatten, mit ausgestreckten Beinen.

Ansonsten? Frühstück kontinental, Früchtejoghurt, 2 x Ananas, Mango, Bananen, die guten kleinen, ein Duzend und Curry mit Reis.

Das schönste des Tages war freilich nach der Rückkehr eine Stunde ausgestreckt am Bett – nicht über das Erlebte meditieren – die Augen schonen!

Donnerstag, 22. Januar 2009

Hundemüde in Bangkok

Von zwei Tagen Besichtigungsprogramm kann ich berichten:

gestern Wat Aurum und ca 5 km Floh- und Amulettmarkt
heute vergeblicher Versuch Wat Phra und twice Palast, Lak Meuang, Wat Po, Chinatown, MBK-Center

Höre ich da ein Raunen und Lästern? Das sei doch ein Programm für einen halben Tag? Richtig – und sehr gut so- Meine Nordkap-Reise war eine straff organisierte Gruppenreise. Um spätestens 7 Uhr war Treffpunkt und dann ging es los. So sieht man in kürzester Zeit die Highlights des Landes.

Das ist aber nicht mein Ansatz. Ich habe Zeit, richtig viel Zeit. Und wenn mich etwas interessiert dann kann ich mich vertiefen. So bin ich gestern – in Summe wahrscheinlich stundenlang – an den Schiffsanlegestellen der Chao Praya Flussschifffahrt herum geschlendert und habe mir den besten Platz mit Bedacht ausgesucht, um das Geschehen im Auge zu haben. Die Turi´s (sorry Rolf, man sagt wirklich so zu den Touristen) sind lustiger anzuschauen, die Thai interessanter. Ganz langsam bekomme ich ein Auge für die vielen Rassen und ihre äußerlichen Unterschiede.

Werde ich auch für den twice Palast gerügt? Sehr gut, ich freue mich über kompetente, kritische Leser. Viele sagen Grand Palace. Für mich heißt es ab sofort „twice“. Letztes Jahr redete Gerlinde und mir ein Tuk-Tuk-Fahrer ein, dass der Palast schon geschlossen sei, wir sollten doch mit dem Tuk Tuk ..... Wir glaubten es und fuhren....war auch sehr interessant. Wir brauchten also ZWEI Anläufe. Diesmal wurde ich zurückgewiesen: kurze Hose! Also werden es zumindest ZWEI Anläufe. Auch Rache habe ich dann Lak Meuang und Wat Po keinen Eintritt bezahlt. Auge um Auge, und einen neuen Namen als Draufgabe.

Chinatown ist ein Kapitel für sich. Da tut sich etwas! Da gibt es Berge von Waren, unzählige Menschen die hin und her wieseln, teilweise schleppend, Rodeln schiebend und – wo man nicht einmal gehen kann – Moped fahrend mit riesigen Lasten aufgepackt. Eine andere Welt! Dort gibt es auch die berüchtigte schlechte Luft, die ich bisher noch nicht kannte.

Weiter zum MBK-Zentrum. Zuerst mit einem Autobus, dann mit der Metro, dann mit dem Skytrain. Danke, dass Ihr schön langsam den Hut abnehmt vor meiner Leistung! MBK ist ein riesiges Einkaufszentrum. unüberschaubar, auch viel Ramsch, Fresserei ( ich habe in einem richtigen Thai Lokal gegessen, authentisch, sauscharf. Später ein Eis zur Kühlung und eine „Zimtschnecke“ als Wiedergutmachung).

Ins Hotel nahm ich mir ein Taxi. Stau, Stau und – wie mir schien – eine Rundfahrt. 100 Baht = € 2,-. Keine Diskussion, ich habe zuviel bezahlt. Ich hoffe Du glaubst mir, ich war müde und es war mir total egal.